Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 09:22 Uhr

Change Management, wie es heute angewendet wird, bedarf einer entscheidenden Ergänzung

Verfasst von  Daniel Nemeyer
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Aktuelle Ansätze und Modelle des Change Managements setzen vor allem auf die Vermeidung vertikaler Konflikte, Auseinandersetzungen zwischen Führung und Belegschaft eines Unternehmens. Diese erzieherische Komponente des Change Managements hat historische Wurzeln in der Organisationsentwicklung und leistet nach wie vor einen entscheidenden Beitrag, um Veränderungswiderstände in der breiten Fläche einzudämmen und zu reduzieren. Aber: diesen Ansätzen fehlen  Konzepte und Instrumente, um horizontale Auseinandersetzungen, die Konflikte innerhalb des Managements betreffen, anzugehen und zu entscheiden.

Veränderungen, die durch das Change Management begleitet werden, setzen Führungskräfte unter enormen Druck. Dies bedeutet zunehmende Konflikte auf horizontaler Ebene, Konflikte um Positionsgüter oder Zugang zu Ressourcen zum Beispiel. Spätestens seit dem Auseinanderbrechen der Deutschland AG und den damit einhergehenden fundamentalen Veränderungen (Wegfall von Kaminkarrieren bspw.) versanden oder scheitern zunehmend Change Projekte aufgrund derartiger vertikaler Konflikte.

Kurz: Die Zeiten haben sich gewandelt, das Change Management nicht. Auch eine Definition des Change Managements muss diesen zunehmenden Konflikten auf Führungsebene gerecht werden:

„Change Management ist die effektive und effiziente Anpassung der Aufbau- und Ablauforganisation eines gesamten Unternehmens oder signifikanter Teile an gravierende Veränderungen der Unternehmensstrategie. Diese Anpassung erfolgt als Reaktion auf sprunghafte Veränderungen der Unternehmensumwelt (teleologische Ursache) oder veränderte Zielsetzungen (dialektische Ursache).“

Vor allem die dialektische Ursache – das definieren, kommunizieren und durchsetzen einer Unternehmenswirklichkeit (und daraus abgeleiteten Zielen) des Unternehmens, an der sich auch der gesamte Change Prozess ausrichtet und von allen Ebenen getragen wird – wurde in den aktuellen Ansätzen und Modellen nicht als strategisch notwendiger Prozess betrachtet.

Die Praxis zeigt aber, dass das Change Management heute vielfach als Rettungswagen hinter dem laufenden Change Prozess hinterher fährt. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Diese Definition von Change Management soll dem Webblog zu Grunde gelegt werden. Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion, über Ergänzungen oder Gegenentwürfe.

Zuletzt geändert am Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 09:25 Uhr

1 Kommentar

  • Kommentar Link Mobilé Unternehmenstheater und Showproduktion Dienstag, den 06. September 2011 um 20:26 Uhr veröffentlicht von Mobilé Unternehmenstheater und Showproduktion

    Sehr schöner und richtiger Artikel! Eine Möglichkeit der sinnvollen Unterstützung für Unternehmen beim Change Mangement bietet das Unternehmenstheater. Unternehmenstheater holt die Mitarbeiter mit viel Einfühlungsvermögen in ihrer aktuellen Situation auf charmante und bekömmliche Art und Weise ab und motiviert sie in dem sie die Visionen des Unternehmens erlebbar macht. Dadurch wird Neues anschaulich, Unsicherheit abgebaut und Mut und Zuversicht gewonnen. Dieses sinnvolle Mittel zur Kommunikation von Informationen für die Belegschaft findet leider viel zu wenig Aufmerksamkeit.

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